
Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ 2024
Im Rahmen der festlichen Preisverleihung in Berlin zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“, der von der Heraeus Bildungsstiftung und dem Deutschen Philologenverband getragen wird, wurden Tina Bergen und Marc Brückner geehrt.
In der Kategorie „Unterricht innovativ“ haben zahlreiche engagierte Lehrkräfte-Teams aus ganz Deutschland innovative und fächerübergreifende Unterrichtsprojekte für den Wettbewerb eingereicht. Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes: „Innovativer Unterricht bedeutet, kreativ fächerübergreifend Schülerinnen und Schülern nachhaltige Lernerfahrungen zu ermöglichen. Und zwar so, dass diese innovativen Beispiele gut übertragbar sind und nicht nur für sich stehen.
Den ersten Preis vergab die Jury an das Team Tina Bergen und Marc Brückner vom Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth (Tina Bergen unterrichtet jetzt am Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg) für ihr Projekt „Einwanderungsland Deutschland?! Historische Migrationsbewegungen und deren Folgen für die aktuelle Bevölkerung sowie die Zukunft der EU“. Das Projekt wurde in den Fächern Geschichte und Wirtschaft/Recht für zwei elfte Klassen unter der Leitung von Tina Bergen (Geschichte) und Marc Brückner (Wirtschaft/Recht) durchgeführt. Ziel war es, historische Migrationsbewegungen und deren Folgen für die aktuelle Bevölkerung sowie die Zukunft der EU zu untersuchen. Über einen Zeitraum von zehn Wochen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen an selbstgewählten historischen Migrationsbewegungen. Zur Wahl standen exemplarisch die Arbeitsmigration in der BRD zwischen 1950-1970, die Einwanderung von Spätaussiedlern um 1985-1995 sowie Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge seit den 1990er Jahren. Das Projekt zeichnet sich durch seinen fächerübergreifenden Ansatz aus, der die Unterrichtsfächer Geschichte und Wirtschaft/Recht thematisch verbindet. Besonders innovativ war die Wahlfreiheit bei den Prüfungsformaten (Zeitzeugeninterview als Podcast, Hörspiel oder Brettspiel) sowie die Integration von kontinuierlichem Feedback. Zudem wurden reale Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler (u.a. Ukrainekrieg, Nahostkonflikt insb. Syrien, Sylt-Skandal) durch den thematischen Bezug zur aktuellen Flüchtlingssituation einbezogen und ein nachhaltiges Lernen gefördert. Durch eine intensive Auseinandersetzung mit aktuellen Fällen reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Handeln in der Gesellschaft und erlangten ein Verständnis der Auswirkungen von Migration auf die Gesellschaft und unsere Demokratie – heute und in Zukunft.
Zitiert aus den Gutachten:
- „[…] Die Mischung aus selbstorganisiertem Lernen, Stationenlernen und Transfer kombiniert mit Eigen- und Fremdevaluation ermöglicht den Schülern eine geradezu ganzheitliche Unterrichtserfahrung, ansprechend sind zudem die Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Diagnose des Fortschritts. Der Aufbau des Unterrichts ist gut durchdacht und die kriterienorientierte Darstellung des Unterrichts ist sehr ansprechend.“
- „Die Aktualität des Themas Migration ist riesengroß und somit entspricht dieser Unterricht dem großen Wunsch der Gesellschaft, in den Schulen dieses Thema entsprechend aufzuarbeiten. Dies ist hier gut gelungen. Der Vergleich verschiedener Migrationsperioden trägt dazu sicher zu einem tieferen Verständnis bei.“
Detaillierte Informationen zum Projekt „Einwanderungsland Deutschland?! Historische Migrationsbewegungen und deren Folgen für die aktuelle Bevölkerung sowie die Zukunft der EU“ finden Sie hier.