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Geschichte hautnah erleben

Exkursion der 7. Klassen nach Kulmbach

Das Unterrichtsfach Geschichte birgt so viel mehr als Schulbücher und Quellenarbeit. Um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass Geschichte überall in ihrer unmittelbaren Umgebung gegenwärtig ist, fand am 15.04.2026 im Rahmen der Lehrplansequenz „Leben und Kultur im Mittelalter“ eine Exkursion nach Kulmbach statt.

 

Rhetorik und Mittelalter?

Um 8:00 Uhr morgens ging es für die 7. Klassen mit dem Zug nach Kulmbach. Dort angekommen, trafen sich alle nach einem kurzen Fußmarsch auf dem Marktplatz zur mittelalterlichen Stadtführung. Die Schülerinnen und Schüler konnten in klassengroßen Gruppen die Stadt hautnah erleben. Das Besondere: Viele der mittelalterlichen Bauten stehen heute noch an Ort und Stelle, wie z.B. der „Schuldturm“, die Färberei oder das alte Badehaus. Allerdings muss erwähnt werden, dass das heutige Kulmbach gar nicht so „mittelalterlich“ ist, wie man vielleicht denkt. Nachdem die Stadt im Zweiten Markgrafenkrieg (16. Jh.) zerstört wurde, baute man sie in den folgenden Jahren wieder auf – im Stil der Renaissance! Dennoch hat Kulmbach auch eine tiefe mittelalterliche Geschichte hinter sich, die auch im Zentrum der Führung Einzug hielt.

Besonders eingängig waren viele Lebensweltbezüge, welche die Tour-Guides herstellten. Denn die Bauten der Stadt verbargen nicht nur historische Erinnerungen, sie gaben auch Aufschluss über unseren heutigen Sprachgebrauch, insbesondere in Bezug auf Floskeln und Redewendungen. So hat die Bezeichnung „Auf keinen grünen Zweig kommen“ – also sich nicht einigen zu können – seinen Ursprung im mittelalterlichen Lehenswesen, das natürlich auch in Kulmbach gängige Praxis war. Wenn ein Bauer Acker von seinem Grundherrn zur Verfügung gestellt bekommen hat, so fand der Vasall dort im besten Fall einen grünen Zweig aus der Erde ragen, welcher den Grund markierte. Bei der Redewendung „Blau machen“ wurden besonders die Ohren gespitzt. Wenn früher die Farbe Blau hergestellt wurde, mussten die Färber in die Stadt ausziehen und Urin für den Färbeprozess sammeln – und waren somit nicht in ihrer Arbeitsstätte, sondern „machten Blau“. 

Nach der Führung hatten die Schüler dann noch kurz Zeit, um sich mit einer Kugel Eis zu stärken, bevor es dann hoch hinauf zur Plassenburg ging.

 

Es geht bergauf…

Der Aufstieg zur einstigen Hohenzollernfestung bot den Schülerinnen und Schülern einen panoramahaften Ausblick über die Stadt, der abschließend mit der Ankunft auf der Burg gekrönt wurde. 

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann die eindrucksvolle Festung, in der die Schülerinnen und Schüler einen interessanten und tiefgreifenden Einblick in das Wahrzeichen Kulmbachs erhalten konnten.

Müller Fabian