Heimische Lebensmittelverarbeitung im Museum
Die MuseumsChecker im Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte
Im Museum für bäuerliche Arbeitsgeräte hatten die MuseumsChecker gleich einen Doppeltermin:
Zunächst gab es durch Johannes Kempf und Tina Miehe eine Führung durch die Dauerausstellung in der großen Scheune des Lettenhofs in der Altstadt mit anschließendem MuseumsCheck. Die Schülerinnen und Schüler fanden die Ausstellung alter Landwirtschaftsmaschinen, historischer Traktoren und bäuerlicher Arbeitsgeräte wie Spinnrädern, Bügeleisen und Butterfässer sehr interessant, auch wenn sie mehr Tiere oder auch Räume in Originalausstattung erwartet hätten. Dass es keine „neuen“ Medien zur Unterstützung der Darstellung gab, fanden sie aber sogar gut, weil das ihrer Meinung nach besser zur „Bauernhof-Atmosphäre“ passe. Ein paar Objekte gab es auch zum Anfassen – aus ihrer Sicht eine gute Mischung aus neugierig machenden „Anfass-“ und musealen „Nicht-Anfass-Objekten“. Neben dem lebensgroßen Kuh-Modell und dem Lanz-Bulldogg, aber auch den Sensen war das etwa hundert Jahre alte Waffeleisen mit eingraviertem Waffelrezept ein besonderes Lieblingsobjekt.
Auch im museumseigenen Kräutergarten hielten sie sich gerne auf. Dort hätten sie sich noch mehr „aktivierende Maßnahmen“ und mehr Aufgaben zum Nachdenken erwartet. Von Freundlichkeit, fachlicher und pädagogischer Kompetenz der beiden Museumsmitarbeitenden waren sie aber sehr angetan.
Für die Schülerinnen und Schüler „im Mittagstief“ wären ein paar mehr Sitzgelegenheiten hilfreich gewesen. Und dass in einer alten Scheune nicht jedes Geschoss für jeden erreichbar ist, muss man in einem historischen Gebäude wohl akzeptieren. Verpflegungsmöglichkeiten (außer Kräuter aus dem Kräutergarten?) sind dort natürlich im normalen Museumsbetrieb auch nicht vorgesehen.
Das historische Waffeleisen und die frischen Kräuter aus dem Museumsgarten brachten die MuseumsChecker aber auf die Idee für das Thema des ohnehin geplanten Workshops: Beim nächsten Treffen, schon eine Woche später, sollte es um die Lebensmittelherstellung direkt am Hof gehen:
So wurden zunächst im Kräutergarten die passenden Kräuter gesammelt: Giersch, Frauenmantel, Knoblauch, Liebstöckel, Oregano, Spitzwegerich, Zitronenmelisse und Schnittlauch. Nach einem leicht abgewandelten alten Waffelrezept (310 g Mehl, 125 g Butter, Salz, ¼ L Milch, 5-6 Eier) wurden weitere Zutaten zusammengerührt. Auf einer Crêpes-Platte (nicht im historischen Waffeleisen aus der Ausstellung) wurden dann leckere Kräuter-Pfannkuchen gebacken, die anschließend gemeinsam verzehrt wurden. Dazu gab es auch noch ein Gespräch über Waffelrezepte in historischen Notzeiten.
Das Ergebnis dieses Workshops ließ sich nicht nur sehen, sondern schmecken. Die MuseumsChecker waren begeistert. Und zum ersten Mal gab es viele Pluspunkte im MuseumsCheck in der Rubrik „Verpflegungsmöglichkeiten“.
Vielen Dank an Tina Miehe und Johannes Kempf für ihren tollen Einsatz!