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Ein Leben retten - 100pro Reanimation. Pilotprojekt am GCE gestartet

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen – meist ohne Vorwarnung, mitten aus dem Leben heraus. Nach 3 bis 5 Minuten ohne Maßnahmen wird bereits das Gehirn unwiderruflich geschädigt, nach 6 bis 9 Minuten ist ein Überleben unwahrscheinlich. Die Überlebenschance kann sich allerdings verdoppeln bis verdreifachen, wenn sofort gehandelt wird.

Viele Menschen könnten also helfen, die wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu nutzen – aber die wenigsten tun es. Nur in etwa 17 % der Fälle ergreifen Laienhelfer vor Ort einfache, aber lebensrettende Maßnahmen. Deshalb ist die Überlebensrate beim Herzstillstand in Deutschland im internationalen Vergleich sehr gering. Mit einer Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten bundesweit jährlich ca. 5000 Menschen vor dem plötzlichen Herztod gerettet werden. Dabei sollte das Handeln von drei einfachen Grundsätzen geprägt sein:

 

1. Prüfen ob der Patient bewusstlos ist und keine normale Atmung festzustellen ist.

2. Rufen um Hilfe mit Alarmierung des Rettungsdienstes über die Notrufnummer 112.

3. Drücken: kontinuierliche Herzdruckmassage in der Mitte des Brustbeins mit einer Frequenz von ca. 100/Minute. Die Beatmung über Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase hat nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen  an Bedeutung verloren, und wird nur noch für sehr trainierte Ersthelfer empfohlen.

 

Um dafür das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen und zum Handeln zu motivieren, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin zusammmen mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten eine bundesweite Kampagne mit dem Titel „Ein Leben retten - 100pro Reanimation “ gestartet, und in einer sogenannten „Woche der Wiederbelebung“ im September 2013 viele Aktionen geplant.

Leider ist in Deutschland ein Erste-Hilfe oder Reanimationsunterricht in Schulen nicht flächendeckend etabliert, sondern beschränkt sich bisher auf einzelne Modellprojekte. In einigen skandinavischen Ländern ist Laienreanimation bereits fester Bestandteil des Lehrplans – was sich nachweislich positiv auf die Ersthelferquote und damit auf das Überleben der Patienten auswirkt.

Da Schüler als ideale Zielgruppe für die Ausbildung in Laienreanimation gelten, hat sich die Schulleitung des GCE in bekannter kooperativer Weise sofort bereit erklärt, an einem entsprechenden Pilotprojekt teilzunehmen. Unter Anleitung von Dr. Stefan Eigl, Anästhesist und Notarzt am Bayreuther Klinikum, und Karl Bernet, langjähriger Ausbilder beim BRK Bayreuth, wurden die Schülerinnen und Schüler der vier 7. Klassen jeweils in zwei Schulstunden im richtigen Reagieren beim plötzlichen Herzstillstand unterrichtet. Nach theoretischer Einweisung beteiligten sich ausnahmslos alle Teilnehmer an der praktischen Umsetzung an den Übungspuppen, wobei sie z.B. schnell feststellen konnten, dass eine effektive Herzdruckmassage über längere Zeit durchaus anstrengend ist, und deshalb rechtzeitig eine Ablösung organisiert werden sollte. Zur Belohnung konnte das neuerworbene Wissen dann mit den „etwas skurrilen Wiederbelebungsmethoden“ eines Mr. Bean verglichen werden, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug.

Insgesamt aus Sicht der Ausbilder eine gelungene Veranstaltung, welche bereits von anderen Bayreuther Schulen angefragt wird, und auch im GCE im kommenden Schuljahr bei den nächsten Siebtklässlern erneut geplant ist.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern