WELTERBE

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

2009: Das GCE wird als erste Schule Bayreuths Mitglied im bundesweiten Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Als repräsentativen Schirmherren gewinnt die SMV den damaligen Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg. Das integrative Projekt soll Schülern die Bedeutungen von „Courage“ und „ Miteinander“ praktisch und theoretisch näher bringen und gleichzeitig gesellschaftlichen Problemen wie Rassismus, Mobbing und allen anderen Formen sozialer Ausgrenzung vorbeugen. In den nächsten sechs Jahren gibt es zwar immer wieder Veranstaltungen zum Thema, jedoch rückt das Projekt zunehmend in den Hintergrund.

2015: In Zeiten von Pegida, AfD und einer bedrückenden Einwanderungspolitik Europas, ist es den heutigen SMV-Mitgliedern ein besonderes Anliegen, ein starkes Zeichen für das menschliche Miteinander zu setzen, zumal mittlerweile eine ganz andere Schülergeneration unsere Schule besucht, die die Bedeutung unseres Titels "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" kaum oder gar nicht kennt.

 

Aus diesen Überlegungen entstanden dann konkretere Planungen für einen „SOR – SMC“ Aktionstag, an dem nicht nur die gesamte Schülerschaft, sondern auch der Rest unserer Schulfamilie konkret mit dem Problem sozialer Ausgrenzung auf seinen verschiedenen Ebenen konfrontiert werden sollte.

Um diesen Neuanfang zu untermauern, wurde ein neuer Projektpate gesucht, der zum einen das Konzept von Integration verkörpert und zum anderen von regionaler Bedeutung ist, um auch für zukünftige Aktionen einen starken Partner an unserer Seite zu haben. Mit medi bayreuth haben wir einen Kooperationspartner gefunden, der all dies mitbringt. Unsere Nachbarn von der anderen Seite des Mains nahmen die Anfrage begeistert an und zeigten am letzten Freitag in Person von Geschäftsführer Philipp Galewski und Spieler Philipp Heyden persönlich, dass sie dieses Engagement absolut ernst nehmen.

So kamen sie auch mit unserer Starreferentin Mo Asumang ins Gespräch, welche ihren für den Grimmepreis nomminierten Film „Die Arier“ in den Jahrgangsstufen 8-11 zeigte und danach noch mit den Schülerinnen und Schülern über das Gesehene diskutierte. Ausnahmslos alle waren angetan vom Mut, den die Deutsche mit afrikanischen Wurzeln bewies, als sie das direkte Gespräch mit Rassisten in aller Welt suchte, z.B. um die Frage zu klären, wer die echten Arier sind und woher die rassistischen Ideologien der (Neo-)Nazis oder des Ku Klux Klans stammen.

Wie leicht man selbst in die rechte Szene abrutschen kann und wie beschwerlich und gefährlich der Ausstieg aus jener ist, berichtete Felix Benneckenstein, Vorsitzender der „Aussteigerhilfe Bayern“ sehr konkret und authentisch. Noch vor einigen Jahren war dieser selbst aktives Mitglied in den extremsten rechten Gruppierungen Deutschlands, schaffte dann jedoch von Selbstzweifeln getrieben den gemeinsamen Ausstieg mit seiner heutigen Ehefrau.

Des Weiteren beleuchtete Frau Anna Westermann, Vorsitzende vom Bündnis „Bunt statt Braun Bayreuth“ die konkrete Flüchtlingssituation in Bayreuth und beschrieb eindrucksvoll Hintergründe und Schicksale der Asylsuchenden.

Herr Thomas Witzgall, der als Journalist für die Organisation „Endstation Rechts“ arbeitet, gab Einblicke in die neuen rechten Strukturen in Deutschland sowie das besorgniserregende Phänomen Pegida.

Doch auch einige Lehrer und eine alte Bekannte unterstützten das Projekt. In der Unterstufe wurden Themen wie Mobbing, Cybermobbing und soziale Ausgrenzung in Workshops und Vorträgen beleuchtet. Hier gilt der Dank Frau Übler, die zu diesem besonderen Anlass den Weg zurück an ihre alte Schule gefunden hatte, Frau Brendel und Frau Prechtel, sowie Herrn Lenk, die teilweise auch sehr kurzfristig einsprangen. Dafür nochmal Dankeschön!

Um ein erstes nachhaltiges Zeichen zu setzen, organisierte die SMV ein Banner, auf dem sich alle Schüler, Lehrer, Referenten und auch die beiden Vertreter unseres neuen Paten in Form eines bunten Handabdrucks verewigen konnten und dies auch mit großer Begeisterung taten.

Ein weiterer Dank gilt Herrn Eggert, Leiter des Integrationsamts der Stadt Bayreuth, der unser Projekt persönlich besuchte und finanzielle Unterstützung für dieses sowie zukünftige Aktionen in Aussicht gestellt hat.

Zu guter Letzt bedanken wir Schülersprecher uns von ganzem Herzen bei Herrn Achenbach, ohne den dieser Tag wahrscheinlich unmöglich gewesen wäre und der uns in all unseren Entscheidungen geholfen und unterstützt hat. Vielen, vielen Dank Ihnen!

 

Nun hoffen wir auf eine rosige Zukunft des Projekts am GCE - und vielleicht konnten wir andere Bayreuther Schulen dazu inspirieren, ebenfalls ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die an diesem Tag mitgewirkt haben.

Peter Obradović

Im Namen der gesamten SMV

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern