Besuch der Bayerischen Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“

500 Jahre Reformation – dieses Jubiläum begingen die Fachschaften Geschichte und Religion (ev./kath.) mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 8a, b und c sowie einigen Teilnehmern am gymnasium illustre in besonderer Weise an einem außerschulischen Lernort. In Begleitung Ihrer Lehrkräfte Frau Sommer, Frau Hirschberg, Frau Wehrl und Herrn Dr. Ehlenberger ging es am 02.10.2017 zur Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ nach Coburg. Auf der Veste genoss der unter Acht und Bann stehende Martin Luther 1530 für ein halbes Jahr Schutz und verfolgte von dort aus die Verhandlungen auf dem Augsburger Reichstag.

In der facettenreichen Ausstellung wurde anhand eindrucksvoller Exponate und interaktiver Angebote ein Panorama spätmittelalterlichen Lebens dargeboten. So zeigten die Schlaguhr mit dem „Tod von Heilsbronn“, Ablassbriefe oder die Reliquie des mumifizierten Fingers der Heiligen Elisabeth von Thüringen viel über Diesseitsängste und Jenseitshoffnungen der Menschen. Im Rahmen der Führung wurde Luthers Rechtfertigungslehre („sola gratia“) ebenso lebendig wie deren Auswirkungen auf die politische, die Kirchen- und die Geistesgeschichte an der Schwelle zur Neuzeit. Und auch über Luthers prägende Rolle bei der Entstehung einer griffigen hochdeutschen Gebrauchssprache erfuhren die Schüler viel Wissenswertes. So äußerte der Reformator im „Sendbrief vom Dolmetschen“, welcher in Coburg verfasst wurde, die Ansicht, dass man beim Schreiben „dem Volk aufs Maul schauen müsse“, um das Wort Gottes breitenwirksam unter die Leute zu bringen.

Als zweiten Originalschauplatz von Luthers Wirken in Coburg gilt die Morizkirche, wo der Reformator sieben Predigten hielt. Dort fand v.a. der reich gestaltete Alabasteraltar mit dem Epitaph der Familie des Herzogs Johann Philipp II. Beachtung. Nach so viel Geschichte war den Exkursionsteilnehmern eine Stärkung bei einer zünftigen Coburger Bratwurst hochwillkommen. Unter dem Denkmal des Coburger Prinzgemahls Albert, welcher mit der britischen Königin Victoria verheiratet war, stärkte man sich für die Heimreise am Ende eines erlebnisreichen Tages.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern