Lias - Dogger - Malm...

Lias (Schwarzer Jura) - Dogger (Brauner Jura) - Malm (Weißer Jura), Ammoniten - Belemniten - Temnodontosaurus (Ichthyosaurier) - Dorygnathus (Flugsaurier) - Plesiosaurier... das waren die Vokabeln, die dreizehn Schülerinnen und Schüler der Klassen 6c und 6d an einem Dienstag-Nachmittag in der Tongrube Mistelgau lernten. Mit Hammer und Sammelbeuteln bewaffnet zogen sie los, um sich auf die Suche nach den Lebewesen des Jura-Meeres zu machen.

Nachdem die Klassen 6c und 6d bereits vor einigen Wochen im Urwelt-Museum Oberfranken in Bayreuth viel Wissenswertes und vor allem die hervorragend präparierten Fossilfunde aus der Bayreuther Umgebung kennengelernt hatten, zog es eine auserwählte Gruppe nun in die Tongrube Mistelgau, wo in den vergangenen Jahren einige der im Museum bestaunten Funde geborgen werden konnten.

Eine Führung durch die Geoparkrangerin Frau Körner vom Geopark Bayern-Böhmen erklärte am Anfang übersichtlich und anschaulich mit Abbildungen und Modellen, wie es zu den zahlreichen Funden in der Tongrube Mistelgau kommen konnte: Vor etwa 170 bis 180 Millionen Jahren, zu Beginn des Jura-Erdzeitalters, lag die Region an den Ufern eines subtropischen Meeres, das u.a. von sehr großen Wirbeltieren wie dem Temnodontosaurus (einem bis zu 12 m langen Fischsaurier) oder Plesiosauriern (mit breiten Flossen versehenen "Paddelechsen", ähnlich wie Nessi, das legendäre Ungeheuer von Loch Ness - aber in Mistelgau lebten sie wirklich!) bewohnt war, die sich u.a. von Kopffüßern aus den Gruppen der Ammoniten (mit schneckenartigen Gehäusen) und Belemniten (nur noch als "Donnerkeile" oder "Teufelsfinger" erhalten) ernährten. Darüber zogen kleine Flugsaurier wie der Dorygnathus ihre Kreise.

Doch lange ließen sich die Jungpaläontologen nicht mit Theorie bändigen. Schon bald durften sie ausschwärmen und die Tongrube nach spannenden Funden absuchen. Und da wurde einiges an Steinen bewegt und Schieferplatten gespalten. Sensationsfunde von Sauriern blieben ihnen leider verwehrt - aber, wer wollte, konnte massenweise Ammoniten und Belemniten sammeln, die hier wie auf einem Schlachtfeld (das unter Paläontologen berühmte "Mistelgauer Belemnitenschlachtfeld") einfach so auf dem Boden der Grube herumliegen.

Und wenn wir vorher gewusst hätten, dass uns der Bus versetzt, wären wir noch länger in der Tongrube geblieben...

Ein herzliches Dankeschön an die Geoparkrangerin vom Geopark Bayern-Böhmen, die uns eine anschauliche und interessante Einführung in die Paläontologie der Tongrube Mistelgau gegeben hat, und an die Naturwissenschaftliche Gesellschaft Bayreuth, die unsere Exkursion mit einer großzügigen Spende unterstützt hat.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern