Wandertour TransALB 2018

Eine Wanderung, bei der man zwei Tage zu Fuß laufen muss? Und auch noch sein Gepäck auf dem eigenen Rücken transportieren muss? Das leisten nur echt Wanderfreudige freiwillig!

In diesem Jahr bestand diese (gymnasium) illustre Wandergruppe aus 2 Teilnehmerinnen und 9 Teilnehmern, die von ihren Lehrern Julia Prechtl und Markus Lenk über Berg und Tal der nördlichen Fränkischen Alb, also durch's Zentrum der Fränkischen Schweiz begleitet wurden. Und dabei begegneten sie einigen der landschaftlichen und kulturellen Höhepunkte dieses beliebten, aber noch nicht überlaufenen Touristenmagneten unserer fränkischen Heimat.

Gleichzeitig lernten sie auf ihrem Weg vieles über die Entstehung und geologische Vergangenheit des fränkischen Juras und konnten die landschaftliche Vielfalt in einem ständigen Auf und Ab zwischen tief eingeschnittenen idyllischen Bachtälern und landwirtschaftlich genutzten, sonnigen Hochflächen erwandern. Während der gesamten Tour wechselte die Karte immer wieder von einem zur anderen, so dass jeder Teilnehmer eine Zeit lang die Gruppe führte. Und der ein oder andere Umweg wurde an anderer Stelle mit einer Abkürzung wieder wett gemacht...

Los ging's nach der Anreise im Linienbus ab Bayreuth in Waischenfeld. Das Wiesenttal führte uns direkt zum Fuß der Burg Rabeneck, vor deren Tor wir die erste kurze Rast einlegten.

Schon eine Stunde später war die nächste Burg, Rabenstein, erreicht. Von dort stieg die Gruppe an der Sophienhöhle vorbei hinab ins Ailsbachtal. Neben dieser leider nicht von uns besuchten Schauhöhle ist auch die gegenüber liegende Ludwigshöhle ein schönes Beispiel für den Höhlenreichtum der Fränkischen Schweiz, der in Deutschland seinesgleichen sucht. Jahrtausendelange Erosion des Kalkgesteins hat hier eine imposante Halle in den Felsen entstehen lassen.

Am Ailsbach entlang und am Fuß der Burg Rabenstein vorbei kamen die Schüler nach Oberailsfeld. Hier änderte sich die Vegetation von feuchtem Laubmischwald zu trockenen Magerrasen mit markanten Kalkfelsen, was auch in einer veränderten Flora und Fauna mit anderen Heuschrecken- und Schmetterlingsarten zu erkennen war.

Nach einer weiteren Pause und der Überquerung des Ailsbaches führte der Weg über den nächsten Bergrücken ins nächste Tal. Vor den Toren der Burg Tüchersfeld, unterhalb der malerischen Felsen, den Überresten prähistorischer Riffe eines subtropischen Meeres, hatten sich die wackeren Wanderer bei fast schon tropischen Temperaturen erst mal ein Eis verdient. Nach der Mittagspause erfuhren wir bei einer sehr anschaulichen Führung im Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld viel Wissenswertes über die Entstehung der Fränkischen Schweiz und die Auswirkungen ihrer landschaftlichen Besonderheiten wie schmaler Täler und hoch aufragender Felsen auf die Besiedelung und die Landnutzung bis über das Mittelalter hinaus. Dass es hier so viele Ritter gab, lässt sich durch die kleinteilige Landschaft begründen. Weil immer das Land beherrscht wurde, dass man überblicken konnte, war im Mittelalter auf fast jeder Felszinne eine Ritterburg zu finden.

Ein kurzes Gewitter mit anschließendem Landregen konnte uns nicht davon abhalten, entlang der Püttlach weiter unserem Tagesziel Pottenstein  entgegen zu wandern. Nach einem letzten Anstieg erreichten wir leicht erschöpft und fast pünktlich zum Abendessen die Jugendherberge Pottenstein, wo wir uns für die Nacht eingemietet hatten. Schon nach dem leckeren Essen waren die Kräfte wieder soweit hergestellt, dass der Sportplatz der Jugendherberge intensiv "bespielt" werden konnte.

Um die Nacht voll auszunutzen, stiegen wir am Abend noch einmal ins Tal hinab und folgten dem Pottensteiner Nachtwächter bei seiner Führung durch den Ort. Dabei war einiges über die Stadtgeschichte, den Zusammenhang der größten Höhlendichte mit der größten Brauerei-Dichte Deutschlands und über die Heilige Elisabeth von Thüringen (die mehrere Wochen auf der Burg in Pottenstein verbracht hat) und ihr berühmtes Rosenwunder (das in Pottenstein - oder auch andernorts stattgefunden haben soll) zu erfahren. Als wir kurz vor Mitternacht unsere Jugendherberge auf dem gegenüber liegenden Bergrücken wieder erreicht hatten, waren alle so müde, dass einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege stand.

Am nächsten Morgen standen alle wieder pünktlich auf der Matte und weiter ging's entlang der Püttlach. Durch ihr malerisches Tal ließ es sich im schattigen Wald am plätschernden Bach gut wandern, so dass der Hollenberg bald erreicht war, an dem wir eine vorgezogene Mittagspause einlegten. An der Burgruine Hollenberg (mit weitem Blick über die Fränkische Schweiz) und der darunter in den Felsen versteckten, aber gut begehbaren und sehr sehenswerten Zwergenhöhle vorbei führte unser Weg Richtung Osten: Nach der Unterquerung der Autobahn war am Fuße des Schlossbergs schon bald Pegnitz erreicht, von wo wir mit dem Zug wieder nach Bayreuth zurückkehrten.

So war schon am frühen Nachmittag unser alljährliches "Wanderabenteuer" wieder beendet. Voller schöner Eindrücke konnte jeder nach Hause heimkehren und nach gut 40 erlaufenen Kilometern verdientermaßen die Füße für das vorletzte Wochenende dieses Schuljahres hochlegen...

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle noch an die Sponsoren unserer Wandertour, die uns die komfortable Unterkunft in der Jugendherberge in Pottenstein einschließlich der reichhaltigen Verpflegung und eine preisgünstige An- und Abreise ermöglicht haben: An die Begabtenförderung der MB-Dienststelle sowie an die Naturwissenschaftliche Gesellschaft Bayreuth, die das Interesse von Schülern an geologischen Themen unserer Heimat großzügig mit einem finanziellen Beitrag unterstützt hat.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern