[lautschrift Adventskalender] #5

Was zählt

Die Adventszeit hat bereits begonnen und jeden Tag sehe ich von meinem Fenster im fünften Stock aus fröhliche Kinder. Sie laufen an mir vorbei zur Schule, die nur wenige Straßen von mir entfernt liegt.

Ich bin Lorenz, 11 Jahre alt und nicht fröhlich. Seit Monaten bin ich nun schon im Krankenhaus und auch in der Adventszeit darf ich nicht nach Hause gehen. Wahrscheinlich bin ich sogar an Weihnachten dort.

Traurig ging ich an diesem Mittwochnachmittag auf den Flur, lief die Gänge entlang, die ich in und auswendig kannte, und sah in der Eingangshalle einen wunderschön geschmückten Weihnachtsbaum mit roten Kugeln und vielen Lichtern stehen. Gestern war er noch nicht da gewesen. Immerhin eine Abwechslung.

Als ich näher an ihn herantrat, sah ich einen alten Mann mit weißem Bart in einer kleinen Sitzgruppe neben dem prächtigen Weihnachtsbaum sitzen. Er sah traurig und etwas grimmig aus. Da trat ein kleines Mädchen mit einer dicken Winterjacke in die Halle und rief: „Seht, da sitzt der Weihnachtsmann!“ Sofort hüpften sämtliche Kinder aus der Eingangshalle herbei, um ihn zu sehen. Die Kleine direkt auf seinen Schoß. Auch ich setzte mich neben ihn.

Da lachte der alte Mann und begann lustige Geschichten zu erzählen von Engeln, dem Nikolaus, dem Christkind und seinen Zwergen, die ihm beim Verpacken der Geschenke helfen. Wir hörten alle gespannt zu. So viel hatte ich schon lange nicht mehr gelacht.

Als ich später wieder in meinem Bett war, träumte ich nicht von meiner Krankheit, sondern von Weihnachten.

Dabei gibt es den Weihnachtsmann doch gar nicht. Oder vielleicht doch?

Laura (Klasse 7c)

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern