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[AvH] #5 Zwei Deutsche mit Fernweh

Alexander von Humboldt und Georg Forster

Bei seiner ersten Forschungsreise lernte Alexander von Humboldt 1789 in Mainz Georg Forster (1754 – 1794) kennen, der ihn auch zu seiner ersten Buchveröffentlichung über die Basalte am Rhein ermutigte.

Georg Forster hatte zwischen 1772 und 1775 mit seinem Vater an der zweiten Weltumsegelung unter James Cook teilgenommen. Mit seiner Reisebeschreibung „Die Reise um die Welt“ hatte er viel Aufsehen erregt, war in zahlreiche wissenschaftliche Gesellschaften aufgenommen worden und gilt heute als einer der Begründer der modernen deutschsprachigen Reiseliteratur.

Auch Alexander von Humboldt war von Forsters Buch sehr beeindruckt - aber nicht nur das: „Wenige Monate zuvor war in Paris die Bastille gestürmt worden. Beide waren gleichermaßen fasziniert von den revolutionären Ereignissen in Frankreich.“

Schon wenige Monate später, 1790, brach Humboldt erneut zu einer Reise auf, dieses Mal zusammen mit Georg Forster: Von Mainz über Belgien und die Niederlande ging es nach England. „Wieder besichtigte Humboldt Bergwerke und Höhlen, Fabrikationsstätten und botanische Gärten […]“, traf aber auch berühmte Wissenschaftler der verschiedensten Fachrichtungen, u.a. der Royal Society, und lernte die britische Form der parlamentarischen Monarchie kennen. Auf dem Rückweg trafen sie „[…] in einem von euphorischer Stimmung aufgeladenen Paris ein. […] Jetzt, in Paris, vereinigten sich seine persönlichen Pläne, seine aufklärerische Haltung und seine wissenschaftliche Zielsetzung mit einem konkreten politischen Ideal: Die Ideale der französische Revolution […] Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit […] rückten ins Zentrum seines Denkens und Handelns.“ (aus: Holl & Schulz-Lüpertz 2012, S. 17 ff.)

Von Forster lernte Humboldt aber auch, „[…] alles im Kleinen zu erfassen und in einen großen Zusammenhang zu bringen […]“, was seine spätere Sicht auf die Natur stark prägen sollte. (aus: Venzke 2009, S. 23)

Schon im August 1790 jedoch musste Humboldt zurück nach Deutschland, zum Studium an die Hamburger Handelsakademie. Georg Forster setzte sich auch in Deutschland für die Revolution ein, wurde Mitbegründer der Mainzer Republik. Nach dem Scheitern der demokratischen Bestrebungen in Deutschland musste er allerdings in Paris bleiben, wo er 1794 krank und mittellos verstarb.

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