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MuseumsCheck #1

Der erste Einsatz der "MuseumsChecker" führte die beteiligten Schülerinnen zurück zu den Wurzeln unserer Schule, ins Historische Museum der Stadt Bayreuth, das heute im Gebäude der früheren Lateinschule, einem Vorläufer unseres Gymnasium Christian-Ernestinum, zu finden ist. Der Kurs "MuseumsChecker" ist ein Angebot im Rahmen der schulinternen Begabtenförderung gymnasium illustre in Zusammenarbeit mit der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken.

Nachdem die Schülerinnen aus den 5. bis 9. Klassen im Laufe des ersten Halbjahrs eine Checkliste für die anstehenden Museumsbesuche erarbeitet und sich mit dem Thema "Feedback" beschäftigt hatten, waren alle gespannt auf ihren ersten "Einsatz" als "MuseumsChecker" im Historischen Museum. Martina Ruppert, die Leiterin des Historischen Museums, gab den Schülerinnen eine Einführung in die Entstehungsgeschichte des Museums und ermöglichte ihnen zahlreiche Blicke hinter die Kulissen, die den Teilnehmerinnen auch die Sachzwänge und Hindernisse erfolgreicher Museumsarbeit in einem historischen Gebäude deutlich machten.

Nach einem kurzen Blick in die aktuelle Sonderausstellung des Museums zur Firmengeschichte der Spinnerei F.C. Bayerlein lernten die Schülerinnen die Abteilung zur Stadtgeschichte mit den eindrucksvollen Stadtmodellen und zahlreichen exemplarischen Exponaten kennen. In den oberen Stockwerken waren wertvolle Objekte aus der Zeit von Barock und Biedermaier zu sehen. Besonders gut gefiel den Schülerinnen das "Richard-Wagner-Zimmer" ("sehr cool") mit den originalen Einrichtungsstücken des Zimmers im Hotel Fantaisie in Donndorf, das Richard Wagner bewohnte, bevor er die für ihn eigens errichtete Villa Wahnfried in Bayreuth beziehen konnte. Die Dauerausstellung soll erweitert und fortgeschrieben werden und auch die wechselvolle Bayreuther Industrie- und Stadtgeschichte bis ins 20. Jahrhundert darstellen. Bereits heute kann man sich hier einen guten Überblick über wichtige Industriezweige auch des Bayreuther Umlands verschaffen, etwa die Glas- und Keramikherstellung zwischen Thurnau und Fichtelgebirge. Großen Raum nimmt dabei die Ausstellung "Bayreuther Fayencen - Sammlung Burkhardt" ein.

Nach der ausführlichen Führung gab es Gelegenheit für ein umfassendes Feedback der Schülerinnen an die Museumsleiterin. Auch wenn manche Teilnehmerinnen in dem verwinkelten Bau des Historischen Museums anfangs Orientierungsschwierigkeiten hatten, fanden alle die Ausstellung interessant. Reizvoll waren die Exponate der neueren Stadtgeschichte für die Schülerinnen wegen der möglichen Bezüge zur eigenen Familiengeschichte. Sehr anschaulich und "gut zu begreifen" waren die Kleider der Markgräfin Wilhelmine vor den großformatigen Gemälden der Markgrafen im Hintergrund. Es gab Anregungen der "MuseumsCheckerinnen" zu Texten und Überschriften, zu Medieneinsatz, behindertengerechten Zugangsmöglichkeiten und Raumklima. Insgesamt gefiel das Museum den Schülerinnen aber "überraschend" gut. Auch Museumsleiterin Martina Ruppert zeigte sich erfreut über das konstruktive Feedback der Schülerinnen und möchte Anregungen in die weitere Konzeption des Museums miteinbeziehen. Da lohnt sich also ein erneuter Besuch in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft, um mal "nachzuschauen", welche Ideen sich haben umsetzen lassen...

Die MuseumsChecker bedanken sich für die aufschlussreiche Führung und wünschen viel Erfolg bei der weiteren Ausstellungsarbeit!

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern