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[AvH] #22 Die Gefährten

„In Paris begegnete Humboldt auch zum ersten Mal dem jungen französischen Wissenschaftler Aimé Bonpland; sie trafen sich in der Eingangshalle des Hauses, in dem sie beide ein Zimmer gemietet hatten. Offensichtlich interessierte sich Bonpland ebenfalls für Pflanzen, denn er trug eine abgenutzte Botanisiertrommel. Bonpland hatte in Paris bei den besten französischen Naturforschern studiert, war, wie Humboldt erfuhr, ein begabter Botaniker, bewandert in vergleichender Anatomie und hatte außerdem als Arzt in der französischen Kriegsmarine gedient.

Bonpland war fünfundzwanzig Jahre alt und stammte aus La Rochelle, einer Hafenstadt an der Atlantikküste. Er kam aus einer Seefahrerfamilie, und die Liebe zu Abenteuern und Entdeckungsfahrten lag ihm im Blut. Bonpland und Humboldt liefen sich im Treppenhaus ihres Wohnhauses regelmäßig über den Weg und kamen miteinander ins Gespräch. Rasch entdeckten sie ihre gemeinsame Begeisterung für Pflanzen und Reisen in ferne Länder.

Wie Humboldt brannte Bonpland darauf, die Welt zu sehen. Humboldt fand, dass Bonpland der ideale Reisegefährte war. Er interessierte sich ebenfalls leidenschaftlich für Botanik und die Tropen und war darüber hinaus auch freundlich und liebenswürdig. Bonpland war athletisch gebaut, widerstandsfähig, gesund und zuverlässig. In vielen Punkten war er das genaue Gegenteil von Humboldt. Während Humboldt meist hektische Betriebsamkeit verbreitete, wirkte Bonpland ruhig und ausgeglichen. Sie waren ein großartiges Team. […]“ (aus: Wulf 2018, S. 68 f.)

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