#GCE goes digi

[AvH] #25 Was mag einen Vogel veranlassen, so weit zu fliegen?

„Irgendwo da draußen lauern die britischen Kriegsschiffe; doch plötzlich kommt schlechtes Wetter auf, peitschender Regen, dann segeln sie in eine ausgedehnte Nebelbank. Sie haben Glück, sie sind den Briten entwischt. Beim schwachen Schein der Blendlaterne liest er in den Nächten die Skalen der Instrumente und Thermometer ab; ständige Meerwasseruntersuchungen, um seine Messreihen nicht abreißen zu lassen, auch wenn manchmal am silbernen Horizont, im Mondlicht, ein englischer Konvoi auftaucht, sodass alles Licht auf der Pizarro gelöscht werden muss.

Wie ein Ozeanograph – den es noch gar nicht gibt – beobachtet er die Meeresströmung, die zwischen den Azoren, Portugal und den Kanarischen Inseln zirkuliert. Er grübelt über die Entstehung dieser Ströme und hält unter anderem das zeitweise Abschmelzen des Polareises am Nordpol für eine der möglichen Ursachen.

Am 11. Juni steht das Schiff fast still, als ein riesiger Schwarm von Medusen (Quallen) vorbeizieht. Bonpland untersucht einige von ihnen und erkennt verschiedene Arten […]

Nächtlicher Sternschnuppenregen, der immer stärker wird.

Eine Schwalbe, die sich auf die Marsstange setzt, vierzig Meilen vom Land entfernt. Was mag einen Vogel veranlassen, so weit zu fliegen?

(aus: Biermann 2008, S. 93 f.)

zurück zu #24 - weiter zu #26

Mehr zum Humboldt-Jahr 2019: Stationen - Aktionen  - Informationen

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern