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[AvH] #26 Teneriffa - Teil 1

„Zehn Tage nach der Abreise kommen die Kanarischen Inseln in Sicht, auf der Reede von Santa Cruz de Teneriffa werfen sie Anker; zum ersten Mal betreten sie außereuropäischen Boden, afrikanischen, wie Humboldt geologisch korrekt anmerkt. […]

Man zeigt ihnen einen kleinen botanischen Garten, in dem ein Marquis von Nava seit einigen Jahren versucht, amerikanische Gewächse zu akklimatisieren, um sie nach Südeuropa auszuführen. Humboldt und Bonpland begeistern sich an Brotfruchtbäumen aus Tahiti, Zimtbäumen von den Molukken, Kaffeebäumen aus Arabien und Kakaobäumen aus dem tropischen Amerika. […]

In diesen Tagen besteigt er – der sich so sehr nach den italienischen Vulkanen sehnte – […] den Pico del Teide. Sie nehmen nur einige Thermometer, das Barometer und den Chronometer mit, um die anderen kostbaren Instrumente, die im Schiff gut verstaut sind, nicht zu gefährden. […] knapp 3000 Meter hoch über der Küste, übernachten sie unter zwei überhängenden Felsen; am nächsten Morgen brechen sie früh nach dem Piton, dem Gipfel [3718 m üNN], auf. […]

Dicht unter der Grenze des ewigen Schnees, bei heftigem Westwind, erstarren sie vor Kälte. Noch nie war Humboldt in einer solchen Höhe. […]

In rund 3700 Metern Höhe, am schroffen Kraterrand, fertigt Alexander eine Zeichnung des inneren Kraters an und steigt dann, mit einigen Messgeräten, so tief wie möglich in den Krater hinab. […] Er nimmt in verschließbaren Flaschen  einige Proben der Luft, die er an Bord analysiert, wo er wie in einem Laboratorium arbeitet: Sie enthält nur 18 Prozent Sauerstoff, während die Luft auf Meereshöhe ganze 27 Prozent aufweist. Er hat die Abhängigkeit des Sauerstoffgehalts der Luft von der Höhe schon in Salzburg entdeckt […]“

(aus: Biermann 2008, S. 94 f.)

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