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[AvH] #27 Teneriffa - Teil 2

„Schon beim Aufstieg haben Humboldt und der Pflanzenspezialist Bonpland die verschiedenen Vegetationszonen registriert: Wir sahen, wie sich die Gewächse nach der mit der Höhe abnehmenden Temperatur in Zonen verteilten. Die Zonen liegen wie Stockwerke übereinander. Die erste Zone nennt Alexander Zone der Reben, dort wachsen Datteln, Bananen, Zuckerrohr, Ölbaum, Getreide und Wein. Die zweite Zone ist die Zone des Lorbeers. Hier gibt es Wälder, viele Quellen, Wild- und Edelkastanien, auch immergrüne Bäume aus der Familie der Myrten. Die dritte Zone ist die Zone der Kiefern, sie fängt in etwa 1800 Metern Höhe an und enthält fast nichts als einen prächtigen Kiefernwald. Die vierte ist die Zone des Retama, des Ginsters, und die fünfte die Zone der Gräser, die sich auf beinahe nacktem Gestein halten […].“

Auch sonst ist Humboldt beeindruckt von der Vegetation Teneriffas: „In Orotava steht ein Drachenbaum, Dracaena draco, dessen Umfang er mit 45 Fuß misst. Vor 400 Jahren […] war er schon so dick wie jetzt. [Auch im Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth finden sich mehrere Drachenbäume (wenn auch mit deutlich geringerem Stammumfang) – und ein ganzes Gewächshaus, das Pflanzen aus den Lorbeerwäldern der Kanaren beherbergt.] Alexander erinnert sich an den viel kleineren Drachenbaum im Botanischen Garten zu Berlin, der damals ein heftiges Fernweh in ihm ausgelöst hat […]. Heimweh verspürt er nicht, übrigens nie. Überall, wo er hinkommt, findet er es schöner als in Europa, beinahe überall möchte er bleiben, sich sogar niederlassen. […] Fast mit Tränen reise ich ab. Könntest du diese tausendjährigen Wälder von Lorbeerbäumen sehen, diese Trauben, diese Rosen! Mit Aprikosen mästet man hier die Schweine. […]

Am 24. Juni ist Abfahrt. […]“

(aus: Biermann 2008, S. 95 ff.)

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