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[AvH] #37 Humboldts Mitbringsel für den Abschlussball

Tropische Humboldt-Pflanzen

Selbst auf dem Abschlussball der diesjährigen neunten Klassen durfte ein Mitbringsel Alexander von Humboldts nicht fehlen:

Der Weihnachtsstern - in der Weihnachtszeit eine der beliebtestes Zimmerpflanzen weltweit. Die Poinsettie, wissenschaftlich Euphorbia pulcherrima, brachten erst Humboldt und Bonpland aus Mexiko nach Europa. Zwar beschrieben sie diese nicht in ihren Aufzeichnungen, es finden sich aber Herbar-Belege im Berliner Herbarium Humboldts. Mit seinen auffälligen roten Hochblättern (kein Teil der Blüte!) ist der Weihnachtsstern ein dekoratives Mitbringsel in der Adventszeit.

Weniger bekannt (und etwas weniger attraktiv…) ist das Geschwänzte Fettkraut Pinguicola moranensis, das Humboldt und Bonpland ebenfalls aus Mittelamerika mitbrachten, wo Fettkräuter in zahlreichen Arten auftreten. Ähnlich wie unser einheimisches Fettkraut Pinguicola vulgaris ist auch das Geschwänzte Fettkraut eine karnivore Pflanze: Seine Blätter sind von Drüsenzellen bedeckt, an deren klebrigem Sekret kleine Insekten, aber auch Pollenkörner hängen bleiben, die anschließend durch enzymhaltige Flüssigkeiten „verdaut“ und in die Pflanze aufgenommen werden. Die Karnivorie der Fettkräuter beschrieb einige Zeit später übrigens Charles Darwin.

Zahlreiche weitere Pflanzen wurden erst durch Humboldts Reise in Europa bekannt wie die südamerikanische Paranuss als Teil der Frucht der Pflanze Bertholletia excelsa oder die Dahlien aus Mexiko.

Die Gattung Espeletia wurde von Humboldt und Bonpland neu begründet. Espeletien sind tropische Hochgebirgspflanzen mit rosettenförmigem Wuchs, die zu den Korbblütlern gehören. Die von Humboldt beschriebene Espeletia grandiflora kommt nur in kolumbianischen Andengebieten vor.

Zahlreiche Pflanzen, denen Humboldt in Amerika sicher (oder zumindest vermutlich) begegnet ist, wie beispielsweise Kakao und Bananen, Balsa-Baum und Sisal-Agave, die Hummerschere Heliconia oder die Brechnuss Strychnos, kann man heute sogar in Bayreuth finden: In den Tropengewächshäusern des Ökologisch-Botanischen Gartens der Universität Bayreuth - sehr lohnenswert!

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Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern