Gebet

[AvH] #44 Wohin mit den Schätzen?

Irgendwann sollte die Reise auch von Kuba aus wieder weiter gehen. Da Humboldt sich durchaus nicht sicher war, ob er und Bonpland Europa jemals lebend wieder erreichen würden, und weil ihre Sammlungen inzwischen sehr umfangreich geworden waren, entschlossen sie sich, sie in drei Teile aufzuteilen:

Eine Sammlung schickten sie über England nach Berlin.

Eine zweite  sollte mit einem Freund über Spanien nach Frankreich gehen: „[…] sie enthält neben Tausenden von Pflanzen auch alle am Orinoco und Río Negro gesammelten Insekten, außerdem die aus der Höhle von Ataruipe stammenden Skelette. […] Erst sehr viel später werden sie erfahren, dass sein Schiff an der senegalesischen Küste im Sturm gesunken ist und der Freund tot ist.

Die dritte Kollektion ist für das Naturhistorische Kabinett in Madrid bestimmt und bleibt zunächst in Havanna – wo sie sie drei Jahre später abholen werden.“ (aus: Biermann 2008, S. 210)

Zusätzlich verschicken sie – oft in doppelter Ausfertigung – zahlreiche Briefe nach Europa: „Zu einer Zeit, wo das Meer von Raubgesindel wimmelt, beschäftigt mich nichts so ängstlich als die Rettung meiner Manuskripte und Herbarien. Es ist sehr ungewiss, fast unwahrscheinlich, dass Bonpland und ich lebendig zurückkehren. Wie traurig wäre es, in dieser Lage die Früchte seiner Arbeit verlorengehen zu sehen.“ (Humboldt, in: Biermann 2008, S. 210 f.)

Zwei „Humboldt-Truhen“ findet man auch noch in Oberfranken: Eine steht Volkskundlichen Gerätemuseum Arzberg-Bergnersreuth. Sie wird Humboldt zugeschrieben, war aber wohl nicht mit ihm in Südamerika und ist leider leer. Eine zweite, besondere Truhe, die Humboldt damals noch nicht kannte, steht inzwischen am GCE… um ihren Inhalt zu sehen, müssen erst ein paar Rätsel gelöst und ein paar Schlösser geknackt werden.

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Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern