Gebet

[AvH] #45 Dann halt doch (noch) nicht Mexiko...

Eigentlich war Alexander von Humboldts Plan im März 1801, von Kuba nach Mexiko überzusetzen. Doch aus verschiedenen europäischen Zeitungen erfuhren er und sein Reisegefährte Aimée Bonpland, dass „[…] die französische Weltumseglung des Kapitän Baudin […] jetzt endlich in Gang gekommen [sei]. Die beiden Korvetten Géographe und Naturaliste sollen demnach um Kap Hoorn herum und dann an der Küste Chiles und Perus entlang nach Norden segeln. Humboldt fühlt sich an das Versprechen gebunden, das er Baudin bei seiner Abreise in Paris gab: wenn irgend möglich in Südamerika zu der Expedition zu stoßen. Also nicht Mexiko, sondern Peru.“ (aus: Biermann 2008, S. 209)

„Der Zeitplan war eng, aber Humboldt war entschlossen, sich Baudin in Peru anzuschließen und dann mit ihm nach Australien zu fahren […] Dabei hatte Humboldt keine Möglichkeit, Kontakt mit Baudin aufzunehmen. Er konnte weder einen Ort noch einen Zeitpunkt für ein Treffen vereinbaren und wusste nicht einmal sicher, ob der Kapitän überhaupt Lima anlaufen wollte, geschweige denn, ob auf einem der Schiffe Platz für zwei weitere Naturforscher war.“ (aus: Wulf 2018, S. 106)

Mit neutralen Schiffen war keine Überfahrt nach Kolumbien oder Panama möglich, die spanischen Postboote fuhren nicht mehr regelmäßig. Daher mietete Humboldt kurzerhand wieder selbst ein Schiff. Mitte März 1801 konnte die Reise endlich losgehen. Auf der Überfahrt nach Südamerika gerieten sie allerdings in einen zehntägigen Sturm und landeten dadurch in Südamerika an einer anderen Stelle als geplant. Erst am 30. März 1801 erreichten sie Cartagena de Indias im heutigen Kolumbien und befanden sich damit erneut auf dem südamerikanischen Festland.

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