MuseumsCheck #10

Dieses Mal hatten sich die "MuseumsChecker" ein Museum vorgenommen, das so richtig der "klassischen" Vorstellung von Museum entspricht: Mit vielen, ziemlich alten Sachen in verglasten Vitrinen - das Archäologische Museum des Historischen Vereins für Oberfranken e.V. in Bayreuth.

Leider ist das Archäologische Museum momentan für die Öffentlichkeit geschlossen... wegen Corona (manche Räume sind einfach zu klein und Führungen für größere Gruppen daher noch nicht wieder möglich), aber auch wegen geplanter konzeptioneller Maßnahmen. Gerade deswegen kamen aber die MuseumsChecker zum Einsatz: Dieses Mal ging es nicht in erster Linie um ein Feedback für eine Führung durch's Museum (die bekamen die MuseumsChecker vom Leiter Museums, Norbert Hübsch, natürlich trotzdem), sondern um das Sammeln von Ideen aus der Sicht von Schülern der Unterstufe, die bei einer Neukonzeption eventuell mit berücksichtigt werden könnten.

Und spannend war's dann schon im Museum: Wie in einer Zeitreise gelangten die Schülerinnen und Schüler von der Steinzeit über die Bronzezeit zur Eisenzeit, von den Kelten zu den Germanen und Römern, um bei den einwandernden Slawen im frühen Mittelatler zu enden. Wenn auch viele Einzelobjekte vielleicht nicht so spektakulär sind wie in den großen, für Ihre Funde überregional berühmten Museen, so war es doch faszinierend, dass alle ausgestellten Objekte aus der Region Franken stammen und bei Ausgrabungen in Ortschaften (z.B. auf dem Bayreuther Marktplatz) oder auch einfach beim Spaziergang über die Felder Oberfrankens gefunden wurden... Alltagsgegenstände, Schmuck und Waffen, Grabbeigaben... Gleichzeitig wurde den Schülerinnen und Schülern klar, dass schon in der Steinzeit beispielsweise mit Steinbeilen Handel quer durch Miteleuropa getrieben wurde... und spätestens in der Bronzezeit mussten die "Zutaten" für die Legierung Bronze, Kupfer und Zinn, aus verschiedenen Abbaugebieten in Europa zusammengetragen werden.

Besonders beeindruckt waren die MuseumsChecker von den nachgebauten Steinbohrern, vom selbst ausprobierten Mehlmahlen auf original bronzezeitlichen Mahlsteinen und von der Vorführung der Herstellung steinzeitlicher Messerklingen aus Feuerstein. Und davon hätten die MuseumsChecker gerne noch mehr... Auch zu vielen anderen Bereichen kamen ihnen Ideen, zu Abbildungen und weiteren Objekten und Modellen ... und "natürlich" zu einem moderneren Medieneinsatz. Sicherlich lässt sich da in einem ehrenamtlich geführten, kleinen Museum vieles nicht so ohne weiteres umsetzen... Aber die Anregungen aus Schüler-Sicht wurden vom Museumsleiter gerne aufgenommen. Vielleicht ergibt sich daraus ja noch eine weitere Zusammenarbeit?

Auf jeden Fall ein großes Dankeschön an Herrn Hübsch, dass er sich auch für die dieses Mal sehr kleine Gruppe der MuseumsChecker die Zeit für eine ausgiebige Führung genommen hatte. Und die "alten Sachen" im Archäologischen Museum sind wirklich sehenswert...

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern