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Vive la France

Schüleraustausch zwischen dem GCE Bayreuth und dem Lycée Charles Baudelaire in Annecy

Von Freitag, dem 6. März, bis Freitag, dem 13. März, waren Schülerinnen und Schüler des GCE Bayreuth zu Besuch beim Lycée Charles Baudelaire in Annecy. Die Woche stand ganz im Zeichen des kulturellen Austauschs, der deutsch-französischen Freundschaft und gemeinsamer Erfahrungen. Besonders wichtig war dabei, dass so gut wie alle Aktivitäten in gemischten deutsch-französischen Gruppen stattfanden. So konnten wir nicht nur die Sprache üben, sondern auch den Alltag der anderen besser kennenlernen.

Schon in den ersten Stunden merkten viele von uns, wie unterschiedlich und spannend die französische Kultur sein kann. Typisch französische Gewohnheiten begegneten uns ständig, zum Beispiel beim Frühstück: Ein Croissant in den Café zu tunken gehört für viele Franzosen einfach dazu. Auch beim Essen wurde schnell klar, wie wichtig Käse in Frankreich ist. Spezialitäten wie Raclette, Käsefondue oder Tartiflette standen während der Woche mehrfach auf dem Tisch. Gleichzeitig konnten wir viel über das französische Schulsystem lernen, das sich in einigen Punkten deutlich von unserem unterscheidet.

Die Reise begann am Freitagmorgen um 7 Uhr in Bayreuth. Nach einer langen Busfahrt mit mehreren Pausen kamen wir gegen 19:30 Uhr in Annecy an. Nach dem Abendessen mit unseren Gastfamilien waren die meisten ziemlich müde und fielen schnell ins Bett.

Am Samstag starteten wir mit ersten gemeinsamen Aktivitäten. In gemischten deutsch-französischen Gruppen erkundeten wir Annecy, das oft als eine der schönsten Städte der Region gilt. Besonders beeindruckend war der berühmte Annecy-See, an dem wir gemeinsam ein Picknick machten. Danach standen verschiedene Freizeitaktivitäten auf dem Programm, darunter Lasertag, Bowling und ein gemeinsamer Besuch im Café. Schon an diesem Tag entstand durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse eine lockere und freundschaftliche Atmosphäre.

Der Sonntag wurde individuell gestaltet. Einige von uns unternahmen mit ihren Gastfamilien Ausflüge in andere Städte oder an verschiedene Seen der Umgebung. Viele trafen sich aber auch mit anderen Austauschschülern zum Picknick oder zu gemeinsamen Aktivitäten wie Schlittenfahren in den Bergen. So konnten wir nicht nur Annecy, sondern auch die Umgebung kennenlernen.

Am Montag begann das offizielle Programm in der Schule. Zunächst wurden wir vom Schulleiter des Lycée Charles Baudelaire mit einem kleinen Frühstück begrüßt. Danach folgte eine Schulführung in gemischten Gruppen, bei der wir viel über das französische Schulsystem erfuhren. Besonders spannend war anschließend der Empfang im Rathaus durch den Bürgermeister von Annecy, der die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft und europäischer Austauschprogramme wie Erasmus betonte. Danach nahmen wir an einer Stadtrallye teil, die uns half, uns besser in Annecy zu orientieren und gleichzeitig als Team zusammenzuwachsen. Den Abend verbrachten wir wieder bei unseren Gastfamilien, oft mit typisch französischem Essen.

Am Dienstag durften wir am Unterricht teilnehmen. Dadurch bekamen wir einen direkten Einblick in den französischen Schulalltag und konnten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu unserem eigenen Unterricht entdecken. Am Nachmittag machten wir eine Bootsfahrt auf dem Annecy-See, von der aus wir die Stadt noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive sahen. Anschließend nahmen wir an einer Stadtführung durch Annecy teil. Dabei lernten wir viel über die Geschichte der Stadt sowie über die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen. Die Führung war sehr interaktiv gestaltet, sodass wir viel selbst entdecken konnten. Am Abend trafen sich alle Austauschschüler zu einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant.

Der Mittwoch führte uns nach Lyon. Dort nahmen wir an einer gemeinsamen Stadtführung teil, bei der wir viel über die Geschichte der Stadt erfuhren. Themen waren unter anderem das UNESCO-Weltkulturerbe, die Entwicklung Frankreichs und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die historische Bedeutung der Seidenweberei in Lyon. Anschließend hatten wir Freizeit in gemischten Gruppen, in der wir uns über unseren Alltag austauschten – über Schule, Umwelt oder das Leben in unseren jeweiligen Ländern. Der Abend wurde wieder in den Gastfamilien verbracht.

Am Donnerstag besuchten wir gemeinsam ein Öko-Museum in der Region. Nach einem kurzen Vortrag über die Geschichte der Region durften wir sogar historische Kleidung anprobieren. Danach erkundeten wir das Museum in deutsch-französischen Gruppen bei einer Museumsrallye. Besonders spannend war es, den Alltag früherer Zeiten auszuprobieren: Wir schrieben mit Federn, wuschen mit historischen Waschmethoden und lernten viele traditionelle Techniken kennen. Außerdem spielten wir gemeinsam verschiedene Spiele aus früheren Zeiten, zum Beispiel Klotski, ein Jacks-ähnliches Spiel oder Aufgaben, bei denen man gleiche Gegenstände in einer Box ertasten musste. Diese Aktivitäten stärkten das Gemeinschaftsgefühl innerhalb unserer deutsch-französischen Gruppen noch einmal deutlich.

Am Freitagmorgen trafen wir uns um 7 Uhr an der Schule, bevor der Bus um 7:30 Uhr zurück nach Deutschland startete. Der Abschied fiel vielen schwer, denn in dieser Woche waren viele neue Freundschaften entstanden. Gleichzeitig freuten sich alle schon auf ein Wiedersehen beim Gegenbesuch Ende April in Bayreuth. Nach vielen Pausen zum Rasten auf der Rückfahrt kamen wir gegen 20 Uhr wieder in Bayreuth an.

Die Woche in Annecy war für alle eine sehr besondere Erfahrung. Durch den Austausch konnten wir nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch die Kultur, den Alltag und das Schulsystem unseres Nachbarlandes aus nächster Nähe kennenlernen. Besonders die Arbeit in gemischten deutsch-französischen Gruppen hat dazu beigetragen, dass schnell Kontakte entstanden und echte Freundschaften wachsen konnten.

Zum Schluss möchten wir uns herzlich bei Frau Liebscher und Frau Neubig, beim Busfahrer-Ehepaar sowie bei den Organisatoren auf französischer Seite bedanken, die diese unvergessliche Woche möglich gemacht haben.

 

Tessa Becker (11b)