Geschichte

Das Gymnasium Christian-Ernestinum führt die Tradition der im späten Mittelalter entstandenen Bayreuther Lateinschule und des aus dieser hervorgegangenen und 1664 von Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth gestifteten "Gymnasium illustre Collegium Christian-Ernestinum" fort.

Für die fürstliche Schulgründung im 17. Jh. haben zwei altehrwürdige Schulen als Vorbild gedient: das Gymnasium Zum Grauen Kloster in Berlin und das Casimirianum in Coburg. So stellt schon der erste Lehrplan der Schule die alten Sprachen - insbesondere Latein - als die Säulen des Unterrichts und die Angelpunkte denkerischer Schulung heraus. Die naturwissenschaftlichen Fächer erlangten dagegen erst sehr viel später wirkliche Bedeutung, wie der unten folgende Beitrag "Die MINT-freundliche Lateinschule" darstellt.

Beachtliche Leistungen kennzeichnen die schulische Arbeit, und besonders hervorzuheben sind die regelmäßigen wissenschaftlichen Ausarbeitungen aus den Kreisen der Lehrer. So hatte es der Bayreuther Markgraf Friedrich leicht, im Jahre 1742 seine Pläne einer neuen Landesschule zu verwirklichen: Das Christian-Ernestinum schuf durch Überlassung von Auditorien, Büchern, Unterrichtsmaterial und durch Abordnung von Lehrern den Grundstock für die damalige Friedrichsakademie, aus der 1743 die Friedrichsuniversität (heute Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) hervorging. Allerdings brachen damit für das Gymnasium karge Zeiten an, und noch 1750 beklagt sich ein Gesuch aus Lehrerkreisen des Christian-Ernestinums bitter über das "schon weit überschrittene martyrium scholasticum" der "dermaligen Dozenten". Im 19. Jh. bildete die "Kgl. Studienanstalt Bayreuth", seit 1891 "Kgl.-Bayrisches Gymnasium", eine Stätte des Neuhumanismus, an der bedeutende Rektoren wirkten und aus der berühmte Schüler hervorgingen. 1952 wurde der Anstalt die Bezeichnung Gymnasium Christian-Ernestinum verliehen, welche an die markgräfliche Stiftung erinnert.

Als Hauptgebäude der Schule diente seit dem Jahre 1804 das ehemalige Waisenhaus. Jean-Paul, Oberfrankens größter Dichter, Verfasser der "Levana", Freund und Nachbar des Bayreuther Gymnasiums, blickt von seinem Denkmal zum damaligen Schulhaus, über dessen Hauptportal eine barocke Sandsteinskulptur eine Mutter mit zwei Kindern zeigt.

Der große, vom Sendelbach durchflossene Schulhof mit vielen alten Bäumen bot Raum für Sport, Spiel und Erholung. Da in den 60er Jahren aufgrund der steigenden Schülerzahlen der Raumbedarf an Klassen-, Übungs- und Sammlungszimmern nicht mehr ausreichend gedeckt werden konnte, wurde 1964 mit dem Bau des heutigen Gebäudes an zentral gelegenem Platze begonnen, welches 1966 fertiggestellt wurde.

In dem folgenden Dokument findet sich eine Liste aller Schulleiter, die je am GCE tätig waren, sowie aller hauptamtlicher Lehrkräfte seit 1946.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern