Geschichte

„Nur wer seine Wurzeln kennt, kann wachsen.“ (Anselm Grün)

Das Fach Geschichte dient zur Vermittlung grundlegender Erkenntnisse über die Entwicklung gesellschaftlicher und politischer Strukturen in Vergangenheit und Gegenwart. In diesem Zusammenhang ist nicht nur das Erwerben historischen Wissens, sondern auch in besonderem Maße das Lernen aus vergangenem Geschehen gefragt. Das Bewusstsein, selbst ein Teil historischer Prozesse zu sein, soll sich dabei jedem Schüler einprägen. Zudem gilt es, im Fach Geschichte das Verständnis für Werte zu fördern. Gerade für die Entwicklung der eigenen Identität benötigen junge Menschen eine gewisse Bindung an kulturelle Traditionen. Der Berücksichtigung der Regionalgeschichte kommt demgemäß ein hoher Stellenwert zu, denn der Bezug zur heimatlichen Region bietet im Geschichtsunterricht vielfältige Ansatzpunkte, historisches Wissen über den schulischen Rahmen hinaus zu vermitteln.

Eine immer größere Rolle in unserer Zeit spielt die Digitalisierung. Im Schulterschluss von historischer Vermittlung und Medienpädagogik erproben wir verschiedene Bildungsangebote mit zahlreichen interaktiven Mitwirkungsmöglichkeiten. So nimmt das GCE als Partnerschule teil am Aufbau des Youpedia-Bildungsprojekts der Stiftung Weimar und des Deutschen Jugendherbergswerks. Im Rahmen mehrtägiger Aufenthalte in Jugendherbergen entstehen nach selbstständiger Recherchearbeit vor Ort und medienpädagogischen Workshops mit Hilfe von iPads eigenständig erarbeitete Präsentationen wie Video-Dokumentationen oder Podcasts, in denen geschichtliche Zusammenhänge angeeignet, verarbeitet und reflektiert wurden.

Im klassisch-analogen Unterricht führen die Geschichtslehrer regelmäßig Zeitzeugengespräche durch, so laden Schulklassen immer wieder Zeitzeugen in den Unterricht ein, um von ihnen aus erster Hand Einblicke in Alltagserfahrungen aus der Nachkriegszeit und der Zeit der deutschen Teilung zu gewinnen.

Seit einigen Jahren ist der Generationendialog in der Oberstufe ein institutionalisiertes Projekt, das in Zusammenarbeit mit externen Partnern wie der Familienbildungsstätte und dem Kirchplatztreff Gespräche zwischen Senioren*innen und Schüler*innen ermöglicht. Bei gesellschaftsgeschichtlichen Themen wie Heimat, Geschlechterrollen oder Glaube profitieren die Generationen im Austausch der Erfahrungen und Erwartungen von damals und heute nicht nur thematisch, sondern auch zwischenmenschlich.

Geschichte ist ein Fach, das auch „vor Ort“ erlebt werden muss. Um den Schüler*innen dies bewusst zu machen, gibt es Unterrichtsgänge in die Bayreuther Innenstadt und in die nähere Umgebung, z. B. in das Archäologische und in das Historische Museum, ins Markgräfliches Opernhaus, ins Neue Schloss oder in die Eremitage.

Darüber hinaus finden regelmäßig, teilweise mehrtägige Exkursionen nach Trier (römische Geschichte), Nürnberg (Mittelalter, Industriekultur, Nationalsozialismus), nach Flossenbürg (KZ-Gedenkstätte) sowie nach Berlin und Mödlareuth (Geschichte der deutschen Teilung) statt.

Einen festen Ort im Geschichtsunterricht hat die Erinnerungs- und Gedenkkultur. So führen die Geschichtslehrer schulinterne Aktionen zu besonderen Jahrestagen wie Mauerfall, Pogromnacht oder die Gründung der BRD durch. Dank des über 350jährigen Bestehens des Gymnasiums bieten sich vielseitige Möglichkeiten, Schul-, Stadt- und Landesgeschichte miteinander zu vernetzen. Hier wird v.a. in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Deutsch ein dichtes Netz an Verknüpfungsmöglichkeiten gespannt, etwa durch Nutzung des Geschichtsflures (einer Darbietung der GCE-Geschichte im Spiegel mit stadt- und weltgeschichtlichen Entwicklungen) sowie von Ausstellungen und Plakatgalerien. Persönlichkeiten wie die von den Nationalsozialisten verfolgte Dichterin Hilde Marx oder der Widerstandskämpfer Wilhelm Leuschner treten somit ins Rampenlicht der Schulfamilie und machen die oft als so fern wahrgenommene Geschichte wie unter einer Lupe sichtbar.

Regelrecht mit Händen (be)greifbar und mit Augen erlebbar machen regelmäßige Angebote in P- und W-Seminaren der Qualifikationsphase, beispielsweise in den Projekten „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“, „Blitz und Donner im Barock“ oder „Geschichte im Spielfilm“.

Die vielseitigen Aktivitäten der Fachschaft Geschichte ermöglichen den Schüler*innen eine interaktive Beschäftigung mit ihrer Vergangenheit innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers. Sie fördern ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein und regen zu historischem Denken an. Am Ende dieses Prozesses stehen persönlichkeitsbildende Effekte, die dazu beitragen, Gegenwart und Zukunft verantwortlich mitzugestalten.

Entwicklung und Umsetzung: Philipp Schmieder Medien – vanbittern